Unterstützungssysteme für die beruflichen Schulen
Die Mitarbeitenden der Arbeitsstelle Kooperation für die beruflichen Schulen (ASKO für BS) informieren, beraten und begleiten bedarfsbezogen Schüler/innen, deren Eltern/Erziehungsberechtigte und Bezugspersonen sowie Lehrkräfte und Schulleitungen bei Fragen zur schulischen Bildung und Erziehung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf, Behinderungen und Beeinträchtigungen. Die ASKO für die beruflichen Schulen ist seit dem Schuljahr 2010/2011 Ansprechpartner bei grundsätzlich allen Fragen zur inklusiven Bildung und Ausbildung an beruflichen Schulen und damit die Informations- und Koordinationsstelle in Bezug auf den Themenkomplex beim Übergang Schule-Beruf. Die Ansprechpersonen haben durch ihre Vernetzung in den Schulämtern einen Überblick über alle Unterstützungssysteme und nehmen daher regional eine Lotsenfunktion ein. Die Mitarbeitenden der ASKO bieten niederschwellige Erstinformation und Beratung zu strukturellen, schulischen Rahmenbedingungen (z.B. Nachteilsausgleich) sowie möglichen Maßnahmen und Unterstützungsgruppen. Sie initiieren und fördern die Vernetzung und die themenbezogene Zusammenarbeit inner- und außerschulischer Partnerinnen und Partner (z.B. im Rahmen von Berufswegekonferenzen).
Die ASKO arbeitet als schulartübergreifendes Regionalteam auf der Ebene des Staatlichen Schulamts zusammen.
Weiterführende Links:
https://km.baden-wuerttemberg.de/de/schule/schulartuebergreifend/arbeitsstelle-kooperation
https://zsl-bw.de/,Lde/startseite/beratung/beratung-asko
Der SOPÄDIE an BS hat zum Ziel Bildungs- und Lernprozesse zu optimieren sowie Aktivität und Teilhabe von Lernenden mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf an beruflichen Schulen zu stärken. Seit dem Schuljahr 2011/2012 können berufliche Schulen einen Sonderpädagogischen Dienst vor Ort einrichten. Der Aufgabenbereich erstreckt sich über die Bedarfsermittlung, Planung, Koordination und Durchführung der individuellen Unterstützung und Beratung bis hin zu konzeptionellem Arbeiten, z.B. im Rahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Dabei ist der Sonderpädagogische Dienst Ansprechpartner für alle am Bildungsprozess beteiligten Personen, von den Schülerinnen und Schülern, über Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern bzw. Erziehungsberechtigte bis hin zu dualen Partnern sowie weiteren Kooperationspartnern. Die Lehrkräfte Sonderpädagogik, die im SOPÄDIE an BS tätig sind, bringen ihre sonderpädagogischen Kompetenzen in den Bereich der beruflichen Schulen ein. Sie leisten u.a. eine kooperativ angelegte Lernstands- und Bedarfsdiagnostik von Schülerinnen und Schülern mit Unterstützungsbedarf, entwickeln individuelle Unterstützungsangebote, beraten Lehrkräfte hinsichtlich passgenauer Fördermaßnahmen im Unterricht, unterstützen die Erstellung von differenzierten Materialien und führen bedarfsbezogen schulinterne Fortbildungen durch.
Rahmenkonzeption SOPÄDIE_2017_fsbb-03
Die RFI sind ein multiprofessionelles Fortbildungsteam mit verschiedenen Expertisen (z.B. zu Schul- und Unterrichtentwicklung, Sonderpädagogik, Autismusberatung u.a.) und unterstützen bei der Umsetzung der Inklusion an beruflichen Schulen. Mit ihrer Tätigkeit tragen sie seit dem SJ 2013/2014 Kenntnisse und Kompetenzen über die Voraussetzungen für inklusives Lernen, die Schritte zu einer inklusiven Lernzeitgestaltung und die Verfahrensabläufe auf dem Weg zu einer inklusiven Schule in die Lehrkräftekollegien und die Schulleitungen vor Ort. Sie sind Ansprechpartnerinnen und -partner bzw. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bei allen Fragen rund um die Nutzung des Kompetenzinventars zur Berufswegeplanung und zur Durchführung von Berufswegekonferenzen. Sie führen regionale Fortbildungen durch, konzipieren passgenaue schulinterne Fortbildungen sowie Beiträge zu pädagogischen Tagen und bieten digitale Angebote an.
Autismusbeauftragte informieren, beraten und unterstützen bei schulischen Fragestellungen in Bezug auf Lernende im Autismus-Spektrum.Sie sind Ansprechpartner für alle am Bildungsprozess beteiligten Personen, die Schülerinnen und Schüler, Erziehungs- und Sorgeberechtigte sowie Schulleitungen, Lehrkräfte und gegebenenfalls zugehörige Begleitpersonen. In Baden-Württemberg sind seit dem SJ 2014/2015 an allen Staatlichen Schulämtern Autismusbeauftragte für die beruflichen Schulen verortet. Sie beraten und informieren zu schulisch relevanten Aspekten der Autismus-Spektrum-Störung (ASS) wie z.B. zu Lernortfragen, schulischen und außerschulischen Unterstützungsangeboten, Nachteilsausgleichen, der Beantragung von Hilfemaßnahmen (z.B. Schulbegleitung) u.v.m.
Weiterführende Informationen:
Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Handreichung für Lehrkräfte aller Schularten
Zum Schuljahr 2024/2025 wurde die bisherige sonderpädagogische Zusatzqualifikation für Technische Lehrkräfte und die Weiterbildungsreihe Päd20 in das neue Format der Zusatzqualifizierung „Inklusive Bildung und Ausbildung an beruflichen Schulen“ überführt.
Die ZQ inklusivBS richtet sich an alle wissenschaftlichen und Technischen Lehrkräfte der beruflichen Schulen. Die Teilnehmenden professionalisieren sich im Umgang mit Heterogenität im Rahmen der inklusiven Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Beeinträchtigung. Die ZQ inklusivBS wird an einem Seminar für Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte (Berufliche Schulen) durchgeführt. Sie umfasst ca. 13 Veranstaltungstage und beinhaltet u.a. ein 14-tägige schulisches Praktikum. Sie beginnt zum Schuljahresanfang und dauert ein Schuljahr.
Weitere Informationen erteilt das ZSL, Referat 41.
Das Projekt „Auf dem Weg zur inklusiven beruflichen Schule – Umgang mit Heterogenität (inklusivBS)“ verfolgt im Rahmen der schulgesetzlichen Möglichkeiten das Ziel, die bestmöglichen Bildungschancen, berufliche Integration und ein individuell möglichst hohes Maß an Aktivität und Teilhabe für alle jungen Menschen, die eine berufliche Schule besuchen, zu erreichen, egal ob mit oder ohne besonderen Förderbedarf, Behinderung, Beeinträchtigung und Benachteiligung. Die vielfältigen Möglichkeiten der Begleitung und Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Unterstützungsbedarfen an den beruflichen Schulen im Rahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung wirksam in einem schulischen Konzept miteinander zu verzahnen, ist eine umfassende Aufgabe.
Es handelt sich hierbei um ein Entwicklungsprojekt für einen Veränderungsprozess an beruflichen Schulen, in dem von den teilnehmenden Schulen ein schul- und jeweils bildungsgangspezifisches pädagogisches Konzept auf der Basis von Qualitätsstandards erarbeitet werden soll.
Qualitätsstandards inklusivBS
- Inklusive Haltung und Kultur der gegenseitigen Wertschätzung
- Individuelle Förderung als durchgängiges Unterrichtsprinzip
- Qualifizierung des schulischen Personals
- Weiterentwicklung schulorganisatorischer Strukturen
- Kooperation mit internen und externen Partnern
Die Teilnahme am Projekt ist auf eine Dauer von 2 bis 4 Schuljahren angelegt und verfolgt das Ziel, die Weiterentwicklung und Professionalisierung der Schule im Umgang mit Heterogenität und den Ausbau inklusiver Bildungsangebote zu fördern. Seit dem Schuljahr 2023/2024 können sich berufliche Schulen für das umfassende Begleit- und Unterstützungssystem „inklusivBS“ bewerben, das eine Vorbereitungs- und Umsetzungsphase vorsieht. Dies beinhaltet u.a. eine 9-tägige Workshopreihe, prozessbegleitende und komplementäre Beratung sowie verschiedene Angebote zur Vernetzung und Kooperation. Am Ende der Projektlaufzeit können die teilnehmenden beruflichen Schulen das Siegel „inklusivBS-Schule“ erhalten. Die Ausschreibung für die Teilnahme am Projekt findet idR im Frühjahr eines Kalenderjahres statt und wird an die öffentlichen beruflichen Schulen versandt.
Das IBBW wurde mit der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts beauftragt. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter:https://ibbw-bw.de/,Lde/Startseite/Bildungsforschung/inklusivBS
Weiterführende Links
Handreichung „Inklusive Bildung und Ausbildung an Beruflichen Schulen“ (2016)
Informationen des ZSL zu Unterstützungs- und Förderbedarfen:
https://zsl-bw.de/,Lde/startseite/beratung/beratung-unterstuetzungs-foerderbedarfe







