Kernanliegen der Leitperspektive Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt ist es, eine Haltung des Respekts und der Wertschätzung von Verschiedenheit zu fördern, wobei der Leitgedanke der Menschenwürde gleichzeitig als zentraler Ausgangs- und Orientierungspunkt dient. Erziehung zu Toleranz und zum Umgang mit Vielfalt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft sowie zur Demokratie- und Friedensbildung.
Schule als Ort von Toleranz und Weltoffenheit soll es jungen Menschen ermöglichen, die eigene Identität zu finden und sich frei und ohne Angst vor Diskriminierung zu artikulieren. Indem Schülerinnen und Schüler sich mit anderen Personen und Persönlichkeiten befassen, sich in diese hineinversetzen und sich mit ihnen auseinandersetzen, schärfen sie ihr Bewusstsein für ihre eigene Identität. Dabei erfahren sie, dass Vielfalt eine gesellschaftliche Realität ist und die Identität anderer keine Bedrohung der eigenen Identität bedeutet.
Die Leitperspektive Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV) zielt über die individuelle Dimension hinaus auf die Fähigkeit zu interkulturellem und interreligiösem Dialog sowie zu dialogorientiertem, friedlichem Umgang mit unterschiedlichen Positionen bzw. Konflikten in persönlichen, gesellschaftlichen, politischen und internationalen Zusammenhängen.
Im schulischen Zusammenhang begegnen Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Lebenswelten, Bedürfnissen und Perspektiven, etwa von Menschen mit Beeinträchtigung, unterschiedlichen Altersgruppen, Geschlechtern und Kulturen. Durch gemeinsames Lernen und Arbeiten in schulischen Teams, das wertschätzende Diskutieren verschiedener Lösungswege und das Ernstnehmen unterschiedlicher Vorerfahrungen und Interessen wird Toleranz gefördert und deren Notwendigkeit konkret erfahrbar. In unterschiedlichsten Lerngruppen können vielfältige Kompetenzen, Sichtweisen, Hintergründe und Charaktere der Lernenden genutzt werden, so dass sie produktiv zusammenarbeiten und voneinander lernen.
Die Verankerung der Leitperspektive BTV wird durch folgende Kompetenzen konkretisiert:
- Personale und gesellschaftliche Vielfalt
- Wertorientiertes Handeln
- Toleranz, Solidarität, Inklusion, Antidiskriminierung
- Selbstfindung und Akzeptanz anderer Lebensformen
- Formen von Vorurteilen, Stereotypen, Klischees
- Konfliktbewältigung und Interessenausgleich
- Minderheitenschutz
- Formen interkulturellen und interreligiösen Dialogs
Weiterführende Hinweise
Bildungspläne: Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV)
ZSL: Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV)
ZSL: Diskriminierungskritische Schule
ZSL: Beratung zum Umgang mit Extremismus und Diskriminierung an Schulen
ZSL: Netzwerk für inter- und transkulturelles Lernen und Arbeiten an Schulen (NikLAS)
Leben und Kultur von Sinti und Roma und Antiziganismus
Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und queere Menschen in der Schule (LSBTIQ)
Jüdisches Leben und Antisemitismus:
Daniel Felder (Antisemitismus, Rassismus, Antiziganismus)
daniel.felder@zsl.kv.bwl.de
Sybille Hoffmann (Antisemitismus, Rassismus, Antiziganismus)
sybille.hoffmann@zsl.kv.bwl.de