Digitalisierung

KI im Unterricht - Informationsangebote für Lehrkräfte

Lehrkräfte sollen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Schule und Unterricht unterstützt werden.

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Schulunterricht

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens, auch im Bildungsbereich. Um Lehrkräfte beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Schule und Unterricht zu unterstützen, bietet das Land Materialien und Fortbildungen an.

Was früher Lexika oder Wikipedia waren, sind heutzutage KI-Anwendungen wie zum Beispiel ChatGPT: Ein Chatbot, der mithilfe von Deep Learning und Künstlicher Intelligenz neue Texte generieren kann und so Geschichten, Aufsätze, Werbetexte und eine Vielzahl weiterer Texte sowie Bilder und Videos erstellt.

Generative KI-Tools wie ChatGPT haben dabei durchaus berechtigte Vorteile: Sie können dabei helfen, Schreibblockaden zu lösen, oder hoch-komplexe wissenschaftliche Texte so vereinfachen, dass sie allgemein verständlich erscheinen. Dennoch birggt die Nutzung von KI auch verschiedene Risiken, denn die Tools liefern noch häufig falsche Antworten, Urheberrechtsfragen im Zusammenhang mit den generierten Texten sind nicht geklärt und die vorsätzliche Erstellung und Verbreitung von Falschdarstellungen und entsprechende Manipulationsversuche werden erleichtert.

Medienbildung und KI-Kompetenz

Schülerinnen und Schüler sollen bestmöglich auf die Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Welt vorbereitet und fit für eine aktive Teilhabe an einer digital und durch KI geprägten Zukunft gemacht werden. Das macht Medienbildung zu einer zentralen Schlüsselqualifikation: Kinder und Jugendliche sollen einen verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien lernen.

Damit eng einher geht die Vermittlung von KI-Kompetenz. Schülerinnen und Schüler müssen die Technik hinter KI-Anwendungen verstehen und die ethischen Implikationen kontrovers diskutieren können. Kreative Potenziale und die Möglichkeit, uns im privaten sowie beruflichen Alltag maßgeblich zu unterstützen, stehen den sehr realen Gefahren der Desinformation durch Fake News und Deepfakes gegenüber. Aufgabe der Schule ist es auch, den gesellschaftlichen Diskurs über KI ergebnisoffen abzubilden, um den Herausforderungen begegnen und die neuen Chancen nutzen zu können.

In den aktuellen Bildungsplänen finden sich bereits verschiedene Anknüpfungspunkte, um sich mit den Themenfeldern Digitalisierung, Einsatz von KI und Algorithmen auseinanderzusetzen: beispielsweise in den Fächern Ethik und Philosophie, im Fach Informatik für die Sekundarstufe I oder im Rahmen des Bildungsplans des Gymnasiums. Auch in den Fächern Mathematik und Physik kann das Thema KI behandelt werden. Im Besonderen spielt das Thema KI jedoch eine zentrale Rolle im neuen Pflichtfach „Informatik und Medienbildung“, das im Schuljahr 2025/2026 gestartet ist.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Der Einsatz von KI im Unterricht richtet sich nach § 115b Absatz 9 SchG in Verbindung mit § 6 Digitalunterrichtsverordnung (DUVO). KI ist zum Einsatz der Förderung und Unterstützung des individuellen Lernwegs von Schülerinnen und Schülern erlaubt – etwa, um differenzierte Lernangebote für individuelle, an die Kompetenzen und Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler angepasste Übungen zur Verfügung zu stellen. Der Datenschutz ist dabei, wie bei dem Einsatz anderer IT-Anwendungen, stets einzuhalten. So dürfen beispielsweise nur IT-Anwendungen eingesetzt werden, die datenschutzkonform betrieben werden. Die Verarbeitung von besonders geschützten personenbezogenen Daten nach Art. 9 Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist in KI-Anwendungen nicht erlaubt. Auch dürfen KI-Anwendungen keine Noten vergeben oder andere wesentlichen schulischen Entscheidungen treffen. Die abschließende Bewertung von Schülerinnen- und Schülerleistungen bleibt also weiterhin den Lehrkräften vorbehalten.

Zugang zu Chatbots in SCHULE@BW

Mit F13 steht in Baden-Württemberg eine digital souveräne KI-Assistenz zur Verfügung. F13 wurde als landeseigene KI speziell für Baden-Württemberg entwickelt, nutzt offene Open-Source Sprachmodelle, wird in einer BITBW-Umgebung betrieben und nun als weiterer Baustein in die Digitale Bildungsplattform SCHULE@BW integriert. Seit Sommer 2025 können alle Lehrkräfte, die SCHULE@BW nutzen, darauf zugreifen. F13 bietet dabei aktuell zwei Funktionen: einen freien Chat und die Arbeit mit Dokumenten. Der freie Chat erstellt bspw. Vorschläge für Unterrichtsvorbereitungen oder Protokollvorlagen für Elterngespräche. Mit der Funktionalität „frag den Text“ können Dokumente hochgeladen und ausgewertet werden. Aktuell arbeitet das Kultusministerium an der Bereitstellung weiterer Funktionalitäten, wie z. B. einer Bildgenerierungsfunktion. Weiterhin sollen die Bildungspläne als Kontext zur Verfügung gestellt werden. Das Besondere an F13 in SCHULE@BW ist, dass sowohl die Sprachmodelle als auch die Anwendung selbst auf eigener Hardware betrieben werden. So verbleibt der komplette Prozess der Datenverarbeitung sicher beim Kultusministerium und die Standards der DSGVO werden eingehalten.

Baden-Württemberg beteiligt sich darüber hinaus am länderübergreifenden DigitalPakt-Projekt Adaptives Intelligentes System (AIS), welches vom FWU umgesetzt wird. Mit AIS soll ein adaptives System zur Verfügung gestellt werden, das Schülerinnen und Schüler individualisiert in ihrem Lernweg unterstützt. Im Rahmen des Projekts AIS wurde auch der KI-basierte Chatbot „telli“ entwickelt.

telli steht Schulen seit Oktober 2025 in SCHULE@BW zur Verfügung und bietet die Möglichkeit, mehrere unterschiedliche Large Language Models (LLMs) zu nutzen. Der Einsatz von telli ist sowohl zur Unterrichtsvorbereitung, im unterrichtlichen Kontext als auch zu schulorganisatorischen Zwecken möglich. Lehrkräfte haben drei besondere Optionen zur Auswahl. Zum einen gibt es die Möglichkeit, sogenannte Assistenten zu erstellen. Darin können Lehrkräfte Prompts (Eingabebefehle) sammeln, die sie bei schulorganisatorischen Tätigkeiten unterstützen. Zum anderen können Lernszenarien erstellt werden. Dies kann z. B. eine inhaltliche Einheit (Einführung in die Künstliche Intelligenz) enthalten und wird den Schülerinnen und Schülern zur Nutzung übergeben. Die Lehrkraft hinterlegt die entsprechenden Inhalte, „beauftragt“ telli mit den entsprechenden Prompts und die Schülerinnen und Schüler können das Szenario individualisiert durchlaufen. Die dritte Besonderheit sind die Dialogpartner. Hier können Lehrkräfte – fiktive oder echte – Personas zur Verfügung stellen. Sie hinterlegen auch hier wieder Informationen zu den Personen (z. B. Lebenslauf Robert Bosch) und lassen Schülerinnen und Schüler mit diesen Personas interagieren. telli ist somit darauf zugeschnitten, im Unterricht durch Schülerinnen und Schüler genutzt zu werden.

Unterstützungsangebote und Informationen für Lehrkräfte

Die aktuellen Entwicklungen bezüglich Künstlicher Intelligenz können großen Einfluss auf Schule und Unterricht ausüben. Zum einen fließt die Thematik als Inhalt in den Unterricht ein, zum anderen kann Künstliche Intelligenz als Tool im Unterricht eingesetzt werden. Neben der Digitalen Bildungsplattform SCHULE@BW, auf der KI-Anwendungen F13 und telli angebunden sind, gibt es Angebote hierzu sowohl beim Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) als auch beim Landesmedienzentrum (LMZ). Weitere Informationen zu den rechtlichen Bedingungen beim Einsatz von KI im Unterricht finden Sie in unseren FAQs zum Thema digitaler Unterricht.

ZSL: Informations- und Fortbildungsangebote

Am ZSL entwickelt das Landesfachteam Künstliche Intelligenz ein jährliches Fortbildungsangebot, das in LFB-Online zu finden ist. Eine Fachtagung zu Künstlicher Intelligenz findet jedes Jahr zum Ende der Sommerferien an der Außenstelle Esslingen des ZSL statt. Informationen zu diesen Angeboten finden Sie unter anderem im Online-Seminarkalender des ZSL.

Auf der Homepage des ZSL finden Sie außerdem weitere Informationen zu KI und dem KI-Zentrum Schule. Die dortige FAQ gibt Antworten auf die wichtigen Fragen um KI im Kontext Schule, Gesellschaft und Arbeitswelt.

LMZ: Informations- und Fortbildungsangebote

Eine Vielzahl an Hintergrundinformationen finden Sie auch beim LMZ, beispielweise auf der Seite ChatGPT im Unterricht: Was Lehrkräfte wissen sollten. Hier gibt es unter anderem Lernmaterial zum Thema KI, eine beispielhafte Schulstunde mit Künstlicher Intelligenz, ein Interview mit Kultusstaatsekretärin Sandra Boser MdL zu KI in der Schule und ein Statement zum Datenschutz des Kultusministeriums.

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Mit dem DigitalPakt Schule wollen der Bund und die Länder die Leistungsfähigkeit der digitalen Bildungsinfrastruktur an Schulen stärken und digitale Kompetenzen an Schulen verbessern.

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Das Kultusministerium Baden-Württemberg stellt die Digitale Bildungsplattform SCHULE@BW bereit.

Mehrers Jugendliche sitzen an Tischen, auf denen Tablet-Computer stehen. Zwischen den Tischen läuft ein Mann herum.
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Digitaler Unterricht

Hier finden Sie nähere Informationen zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht und der Digitalen Bildungsplattform.

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Nahaufnahme von Tablets an denen gearbeitet wird
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Medienbildung

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Das Kultusministerium stellt den Lehrkräften an öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg eine Lizenz des Messengers Threema Work Education zur dienstlichen Kommunikation zur Verfügung.

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Rechtliche Regelungen, Gesetze, Verwaltungsvorschriften und Verordnungen des Schulsystems Baden-Württemberg

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Von 2016 bis 2021 wurde in einen Schulversuch der Einsatz von Tablets in den Klassenstufen 7 bis 9 an allgemein bildenden Gymnasien erprobt.

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