Mit je etwa 1,3 Milliarden Euro beteiligen sich Bund und Land gleich stark am Startchancen-Programm, das im Südwesten unter dem Titel Startchancen BW läuft und einen Paradigmenwechsel darstellt. So fließen die Mittel im großen Stil ziel- und bedarfsgenau dorthin, wo Unterstützung am nötigsten ist, um Schulen zu stärken, Kindern und Jugendlichen Chancen zu eröffnen und Zukunft zu gestalten. Im Blick ist dabei immer das übergeordnete Ziel: die Halbierung der Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik verfehlen. Startchancen BW hat damit das Potenzial, Bildungserfolg stärker von der sozialen Herkunft zu entkoppeln und zugleich den Leistungsanspruch unseres Bildungssystems zu stärken.
Bildungsstudien zeigen seit vielen Jahren, dass junge Menschen aus einem schwächeren sozialen Umfeld ihre Potenziale in der Schule weniger gut entfalten können. Gleichzeitig hängt der wirtschaftliche Erfolg von Baden-Württemberg entscheidend von klugen Köpfen und gut ausgebildeten jungen Menschen ab. Das Startchancen-Programm setzt ganz gezielt an dieser zentralen Stelle in unserem Bildungssystem an und trägt somit maßgeblich dazu bei, die Schülerleistungen im Land zu steigern, den Fachkräftenachwuchs zu sichern und für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen.
Dank verschiedener Programme und Konzepte wie Starke BASIS!, multiprofessionelle Teams, sozialindexbasierte Ressourcenzuweisung, Leitfaden Demokratiebildung oder datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung kann Baden-Württemberg in der Umsetzung des Bund-Länder-Programms auf Bestehendem aufbauen. Das Programm verbindet verschiedene Elemente und entwickelt so eine nachhaltige Schlagkraft. Die Startchancen BW-Schulen sollen dabei auch als Vorbilder für andere Schulen dienen, sodass die gesamte Schullandschaft vom Startchancen-Programm profitiert.
Das einzelne Kind im Fokus, das System aber mitgedacht
Startchancen BW arbeitet auf drei Ebenen. Im Fokus steht die individuelle Ebene, auf der die Schülerinnen und Schüler gestärkt werden. Die institutionelle Ebene betrifft die Schulgemeinschaft und zielt unter anderem darauf ab, bereits vorhandene Formate wie das Schuldatenblatt oder die Statusgespräche gezielt und intensiv zu nutzen. Die systemische Ebene soll die Wirksamkeit des Programms erhöhen, indem weitere Kooperationen und Netzwerke zwischen den beteiligten Akteuren auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene geschaffen und konstruktiv gestaltet werden.
Das Programm wurde so ausgestaltet, dass es nachhaltig wirken kann, Freiräume für die pädagogische Arbeit schafft und idealer Weise auch auf andere Schulen ausstrahlt. Ein Teil der Mittel wird dabei für übergreifende Unterstützungsmaßnahmen eingesetzt, die allen Startchancen-Schulen zugutekommen und mittelbar in der gesamten Schullandschaft in Baden-Württemberg Wirkung entfalten. Hier konnten bereits wichtige Projekte auf den Weg gebracht werden, wie beispielsweise die Einrichtung von Familiengrundschulzentren, Programme zur Stärkung der Demokratiebildung oder Projekte zur Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.