Was ist Durchgängige Sprachbildung?
Sprache ist das wichtigste Werkzeug des Denkens, Lernens und Mitteilens. Daher steigt Baden-Württemberg mit der Inkraftsetzung der neuen Verordnung „Grundsätze zur Sprachbildung und Sprachförderung“ (2025) schrittweise in die Durchgängige Sprachbildung (DSB) ein.
Mit der DSB werden das fachliche und das sprachliche Lernen gezielt miteinander verbunden und die sprachliche Bildung und Förderung der Schülerinnen und Schüler über die gesamte Bildungsbiographie hinweg durchgängig und aufeinander abgestimmt umgesetzt.
Durchgängigkeit der Sprachbildung in allen Fächern
Alle Lehrkräfte wirken im Rahmen ihres Fachunterrichts aktiv und abgestimmt an der sprachlichen Bildung der Schülerinnen und Schüler mit. Damit wird u.a. die fachintegrierte Sprachbildung (sprachbildender Unterricht) zum Ziel eines jeden Regelunterrichts. So können Schülerinnen und Schüler fachbezogene Lerninhalte besser und tiefergehend erschließen, was ihren Bildungserfolg fördert und zu mehr Bildungsgerechtigkeit beiträgt.
Durchgängigkeit in allen Klassenstufen
Von der Primarstufe bis zu den Sekundarstufen werden die inhaltlichen Anforderungen und damit auch die sprachlichen Voraussetzungen zum Denken, Lernen und Mitteilen komplexer. Sprachliche Bildung wird daher in allen Klassenstufen mit denselben eingeführten Strategien und Methoden fortgeführt und vertieft.
Diese durchgängige und einheitliche Nutzung der eingeführten Strategien und Methoden (bspw. Lesestrategien) im Klassenteam und möglichst der ganzen Schule trägt dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler diese zunehmend automatisiert anwenden können und der Aufbau der Sprachkompetenzen systematisch erfolgen kann.
Wie wird die Durchgängige Sprachbildung an den Schulen in Baden-Württemberg umgesetzt?
Ab dem Schuljahr 2025/2026 steigen die ersten Schulen schrittweise in die DSB und den damit verbundenen Schulentwicklungsprozess ein. Ausgehend von den Bedarfen ihrer Schülerinnen und Schüler und den bereits etablierten Angeboten vor Ort entwickeln die Schulen ein Sprachbildungskonzept. Dieses soll Bestehendes bündeln und aufeinander abstimmen, Übergänge schärfen und identifizierte Lücken schließen. Die DSB ist somit nichts grundsätzlich Neues, sondern führt von den Schulen bereits aufgenommene Prozesse fort, systematisiert diese und trägt damit zu einer höheren Wirksamkeit bereits bestehender Angebote bei.
Je nach identifizierten Förderbedarfen der Schülerinnen und Schüler vor Ort sind verschiedene Sprachbildungs- und Sprachfördermaßnahmen Teil des individuellen Sprachbildungskonzepts der Schule:
- Sprachbildender Unterricht (bspw. durch Sprachgerüste)
- Vorbereitungsklassen oder -kurse bzw. Klassen des VABO
- Nachgehende Sprachförderkurse
- Angebote im Rahmen von SprachFit (Juniorklassen, SprachFit 2+2, Sprachförderung durch Pädagogische Assistenzen, Lernkurse mit Herkunftssprache)
- schulspezifische Maßnahmen im Rahmen des Startchancen-Programms
- Lesebänder
- BiSS
- LRS-Angebote
- Diagnostische Instrumente (bspw. 2P, quop)
- u.v.m.
Wo gibt es weiterführende Informationen?
Weiterführende Informationen für interessierte Schulen
Alle Grundschulen steigen seit dem Schuljahr 2025/2026 in einem fünfjährigen Aufbaupfad schrittweise in die DSB ein. Die weiterführenden allgemein bildenden und beruflichen Schularten werden ab dem Schuljahr 2026/2027 ebenfalls über einen fünfjährigen Aufbaupfad sukzessive einsteigen. Für den schrittweisen Ausbau der allgemein bildenden Schulen geht die Schulaufsicht auf für die jeweilige Ausbaustufe in Betracht kommende Schulen zu. Die einsteigenden Schulen werden bei dem Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozess seitens des ZSL begleitet und unterstützt.
Erste Informationen und weiterführende Materialien finden die Schulen unter folgenden Links:
Weiterführende Informationen für bereits in die Durchgängige Sprachbildung eingestiegene Schulen
Die eingestiegenen Schulen erhalten Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer schulspezifischen Sprachbildungskonzepte. Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) begleitet die Lehrkräfte bei der systematischen Abstimmung von Sprachbildung und Sprachförderung sowie bei der Verzahnung der Zusatzmaßnahmen mit dem Regelunterricht. Die vielfältigen, an den Schulen bereits bestehenden Maßnahmen werden folglich miteinander verbunden und der Regelunterricht um die Perspektive der Sprachbildung erweitert.
Informationen dazu finden die Schulen unter folgenden Links: