Berufliche Gymnasien

Stadt – Land – Future

Wie sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus? Wie lassen sich Ernährung, Nachhaltigkeit und Biodiversität miteinander verbinden? Und was haben ein Milchviehbetrieb, Streuobstwiesen oder Moore mit diesen Zukunftsfragen zu tun?

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Ein Bild der Moorlandschaft in Bad-Wurzbach

Mit diesen und vielen weiteren Fragen haben sich rund 30 Berufliche Gymnasien aus Baden-Württemberg im Schuljahr 2025/2026 beim Projekt „Stadt – Land – Future“ des Kultusministeriums (KM) und des Ministeriums für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat (MLR) auseinandergesetzt. Auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart haben sie am Montag (28. September) ihre Arbeiten präsentiert.

„Die Schülerinnen und Schüler haben uns mit ihrer fachlichen Tiefe, ihrer Kreativität und ihrer Begeisterung beeindruckt“, sagte Kultus-Staatssekretär Andreas Deuschle MdL. „Sie haben gezeigt, dass an den Beruflichen Gymnasien anspruchsvolle Fragen nicht nur theoretisch auf hohem Niveau behandelt, sondern mit konkretem Praxisbezug bearbeitet werden. Daher ist für mich wichtig: Diese Leistungen sollen einen besonderen Rahmen bekommen. Ich freue mich sehr darauf, die jungen Menschen heute zu treffen und ihre Projekte erleben zu dürfen.“

Für das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat betonte Staatssekretärin Sarah Schweizer MdL: „Landwirtschaft, Ernährung und Biodiversität sind zentrale Zukunftsthemen für unser Land. Es ist deshalb von großer Bedeutung, dass junge Menschen sich frühzeitig mit den damit verbundenen Fragen auseinandersetzen. Mit ihren Projektarbeiten haben die Schülerinnen und Schüler gezeigt, dass sie bereit sind, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.“

Vom Burger bis zum Moor

Das Projekt „Stadt – Land – Future“ greift eine zentrale Zielsetzung des Strategiedialogs Landwirtschaft der Landesregierung auf. Themen wie Landwirtschaft, Biodiversität und Ernährung sollen stärker in Bildungsprozesse integriert werden. Das gemeinsame Projekt beider Ministerien verbindet dabei landwirtschaftliche Fragestellungen mit naturwissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Perspektiven.

Für die teilnehmenden Schulen wurden vier fachlich aufbereitete Themenpakete entwickelt: „Der Burger im Fokus – Genuss, Herkunft und Verantwortung“, „Milch – Weißer Klassiker in aktueller Diskussion“, „Regionale Besonderheiten am Beispiel Apfel, Wein und heimischer Fisch“ sowie „Moor is more – Was das Jahr 2045 mit Biokräutern zu tun hat“.

Beeindruckende Vielfalt der Projekte

Die Schülerinnen und Schüler entwickelten auf dieser Grundlage eigene Untersuchungen und Produkte: Sie führten Experimente und Interviews durch, bauten Modelle, produzierten Filme, entwickelten eine Website oder erstellten ein Magazin.

Wie vielfältig die Ergebnisse sind, wird bei der Feierstunde auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest deutlich. Mehr als 80 Schülerinnen und Schüler aus acht besonders engagierten Projektschulen stellen ihre Arbeiten in Kurzpräsentationen und Filmbeiträgen der Öffentlichkeit vor. „Die Bandbreite der Arbeiten zeigt, was projektorientiertes Lernen leisten kann“, sagt Staatssekretärin Sarah Schweizer MdL. „Gerade ihr Bezug zum Ländlichen Raum macht die Arbeiten so wertvoll.“

Anerkennung für Schülerinnen, Schüler und Schulen

Im Mittelpunkt der Feierstunde steht deshalb die persönliche Würdigung der jungen Menschen. Alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erhalten eine Urkunde für ihr besonderes Engagement. Zusätzlich werden die acht beteiligten Schulen mit einer eigenen Urkunde ausgezeichnet. „Mit der heutigen Feierstunde wollen wir ein sichtbares Zeichen der Anerkennung setzen“, unterstrich Staatssekretär Andreas Deuschle. „Hinter jedem Projekt stehen viele Stunden Arbeit, Diskussionen und Recherche – und Lehrkräfte, die ihre Schülerinnen und Schüler dabei begleiten und ihnen etwas zutrauen. Dieses Engagement verdient unseren ausdrücklichen Dank.“

Teilnehmende Schulen und ausgewählte Projektumsetzungen:

  • Die Schülerinnen und Schüler der Sibilla-Egen-Schule Schwäbisch Hall setzten mehrere Projekte zum Bienenschutz und zur Wertschöpfung regionaler Produkte um. Eine Arbeit wurde bereits im Juli beim Kongress „Naturwissenschaftliches Experimentieren (NExt)“ mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.
  • An der Gewerblichen Schule Ravensburg wurde in der Mittelstufe ein Projekt zur örtlichen Streuobstwiese durchgeführt.
  • Die Schülerinnen und Schüler der Wessenberg-Schule Konstanz untersuchten regionale Besonderheiten rund um den Bodensee und führten Interviews zu Streuobst, Biowein und Fischfang. Daraus entstanden informative und zugleich unterhaltsame Film- und Magazinbeiträge.
  • Am Berufsschulzentrum Radolfzell entstanden Projekte zur Entwicklung vom Kalb zur Milchkuh sowie zu einer regionalen Straußenfarm – ebenfalls filmisch aufbereitet.
  • An der Frankenlandschule Walldürn beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit nachhaltigen veganen Burgern aus regionalen Zutaten, einer Fastfood-Müllsammelaktion und der Nutzung vermeintlicher Abfallprodukte aus der Weinherstellung.
  • An der Albert-Schweitzer-Schule Sinsheim entstanden mehrere Projekte zum Thema Burger mit einem großen Modell aus Stoff als Blickfang.
  • Schüler des Kreisberufsschulzentrums Bad Saulgau aus der Fachrichtung Gestaltungs- und Medientechnik näherten sich in ihrem Seminarkurs dem Thema Burger aus einer ganz eigenen Perspektive.
  • Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Schule Reutlingen beschäftigten sich mit dem Schutz der Moore.