Roswitha Malewski wurde für ihre humorvolle und wertschätzende Art sowie ihr Engagement in der Schulentwicklung für den deutschen Lehrkräftepreis nominiert. Hier erzählt Sie von ihrem abwechslungsreichen Arbeitsalltag und wie ihr Lebensmotto die tägliche Arbeit als Schulleitung prägt.
1. Haben Sie ein Lebensmotto und wenn ja, inwiefern spiegelt sich das in Ihrer Arbeit als Schulleitung wider?
Mein Lebensmotto: „Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe.“ In der Schule bin ich eine Möglichmacherin. Wenn ich sehe, dass eine Kollegin oder ein Kollege für etwas brennt, versuche ich es möglich zu machen. Gute Argumente können mich stets überzeugen. Trotzdem ist es unumgänglich, die Kolleginnen und Kollegen und auch Eltern mitzunehmen. Wichtig ist auch, einzugestehen: Das haben wir mit viel Herzblut versucht, hat vielleicht nicht geklappt, okay, wir versuchen es anders. Nur wer nichts anpackt, macht keine Fehler.
2. Wenn wir Sie und Ihre Schule einen Tag besuchen würden – wo sehen wir, dass hier eine vorbildliche Schulleitung „am Werk ist“?
An einem Tag werden Sie vielleicht sehen, dass ich noch nicht da bin, weil ich morgens ein Kind abhole, das sonst nicht in die Schule kommt. Am nächsten Tag sehen Sie mich vielleicht Papierknödel von der Decke im Klo abpulen, oder den Boden kurz saugen, weil einem Kind der Geburtstagskuchen runtergefallen ist. Danach finden Sie mich im Lehrerzimmer, wie ich einem Kind einen Kühlpack gebe und einem anderen ein Pflaster aufklebe. Dazwischen gebe ich Vertretungsunterricht oder habe einen Jour fixe mit dem Elternbeiratsvorsitzenden und den Vorsitzenden unserer Schulvereine. Kann sein, dass Sie mich im Gespräch mit der Hortleitung, der Schulsozialarbeiterin, dem Hausmeister oder der Sekretärin vorfinden. Sie werden sehen, dass meine Türe immer offen ist, meine Laune meist gut und ich für alles Zeit habe oder mir nehme. Vielleicht ist das vorbildlich? Oder eher ganz normal?
3. Gibt es bestimmte Herausforderungen, vor denen Ihre Schule zurzeit steht? Wenn ja, wie begegnen Sie diesen?
Klar steht unsere Schule vor Herausforderungen. Da ist einmal der geplante Neubau für unsere Grundschule. Wie ist die Aufteilung der Klassenzimmer, welches pädagogische Konzept wollen wir abbilden und wie soll der Pausenhof gestaltet sein? Zweite Herausforderung: Die Entwicklung von der Halbtagesschule mit Hortbetreuung zur gebundenen Ganztagsschule. Wie nehmen wir Eltern und Kolleginnen und Kollegen auf diesem Weg mit? Wie kann die Zusammenarbeit zwischen den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Lehrkräften gestärkt werden? Wie gestalten wir die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern? Langweilig wird es wohl nicht werden.


