Den Preis „Ausgezeichnete Lehrkraft“ erhielten besonders engagierte Lehrkräfte, die von Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen nominiert wurden. Steffen Haschler wurde für seine innovativen Lernformate, sein Engagement zum verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und für seinen Seminarkurs BEAM (Business, Entrepreneurship And Math) ausgezeichnet. In 3 Fragen und 3 Antworten erklärt er, wie er als kreidefreier Lehrer seine Schülerinnen und Schüler für den Unterricht begeistert.
1. Sie bezeichnen sich als „kreidefreier“ Lehrer. Was bedeutet das konkret?
„Kreidefrei“ ist keine Absage an klassischen Unterricht, sondern eine Haltung. Ich habe mit meinem Einstieg 2008 begonnen, Unterricht digital zu denken: mit Homepage, Laptop, Beamer und selbstgebauten digitalen Whiteboards, um Mathematik und Physik besser visualisieren zu können.
Entscheidend ist aber nie die Technik, sondern das Lernen. Schülerinnen und Schüler leben in einer digitalen Welt. Deshalb nutze ich ihre Werkzeuge – seit 2015 auch Künstliche Intelligenz – als selbstverständlichen Bestandteil im Unterricht.
„Kreidefrei“ bedeutet für mich außerdem weniger Frontalunterricht und mehr Eigenverantwortung. Ich spreche vergleichsweise wenig vor der Klasse und schaffe lieber Lernumgebungen, in denen Schülerinnen und Schüler miteinander arbeiten, sich unterstützen und erst dann zu mir kommen, wenn sie mich wirklich brauchen.
2. Was steckt hinter BEAM und warum begeistert es Schülerinnen und Schüler?
BEAM („Business, Entrepreneurship and Math“) verbindet schulisches Lernen mit realen Herausforderungen. Schülerinnen und Schüler entwickeln in Teams eigene Geschäftsideen, arbeiten mit externen Partnern zusammen und erleben, dass Mathematik, Informatik oder Wirtschaft Werkzeuge zur Gestaltung der Welt sind.
Der entscheidende Punkt ist Verantwortung: Die Jugendlichen treffen echte Entscheidungen, erleben Erfolg und Scheitern und präsentieren ihre Ergebnisse vor realem Publikum.
Damit solche Ideen nicht an einzelnen engagierten Lehrkräften hängen bleiben, habe ich die gemeinnützige sparks4school Foundation gegründet. Unser Ziel ist es, erfolgreiche Unterrichtskonzepte skalierbar zu machen.
3. Was müssen Schülerinnen und Schüler am Ende des Schuljahres über Ihren Unterricht sagen, damit Sie zufrieden sind?
Ich überprüfe meinen Unterricht im Austausch mit den Schülerinnen und Schülern. Entscheidend ist weniger ein abschließendes Urteil am Jahresende als die laufenden Rückmeldungen. Ich gehe datengestützt vor und verlasse mich nicht zu viel auf mein Gefühl. Zufrieden bin ich, wenn Schülerinnen und Schüler sagen, dass ihnen der Unterricht etwas gebracht hat – entweder unmittelbar oder mit Blick auf ihre Zukunft.
Gerade in einer Zeit mit vielen gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen sehe ich mein Klassenzimmer als stabilen Ort. Ich nehme Sorgen ernst und achte darauf, dass sie Zusammenhänge verstehen und gestärkt aus meinem Unterricht gehen.


